Eine Liebe kann ein Leben verändern. Manchmal nicht dadurch, dass sie bleibt – sondern dadurch, dass sie alles infrage stellt, was man über sich selbst zu wissen glaubte.
Mit fünfzig Jahren glaubt Silviu, sein Leben zu kennen. Er hat sich etwas aufgebaut, kennt Verantwortung, Verlust und Neuanfänge – und die Sicherheit einer langjährigen Beziehung, in der vieles geblieben ist, nur die Leidenschaft nicht.
Dann erscheint Fernando.
Ein Arzt. Intelligent, intensiv, widersprüchlich. Ein Mann, der innerhalb kürzester Zeit eine Nähe entstehen lässt, die grösser wirkt als alles, was davor war.
Aus einer Nachricht werden tägliche Gespräche. Aus Gesprächen werden Reisen, Versprechen und Pläne. Aus Sehnsucht wird die Vorstellung eines gemeinsamen Lebens.
Doch je näher Fernando kommt, desto schwerer wird er zu verstehen.
Zwischen aussergewöhnlicher Zärtlichkeit und plötzlichem Rückzug, grossen Zukunftsversprechen und verstörender Distanz beginnt Silviu, immer mehr Energie darauf zu verwenden, einen Mann festzuhalten, der ihm gleichzeitig das Gefühl gibt, endlich angekommen zu sein – und jederzeit verschwinden zu können.
Als Fernando schliesslich in die Schweiz kommt, scheint die gemeinsame Zukunft zum Greifen nah.
Wenige Tage später ist nichts mehr, wie es war.
In all meinen Leben ist ein Roman über eine Liebe von aussergewöhnlicher Intensität, über emotionale Abhängigkeit, Hoffnung, Angst und die gefährliche Versuchung, einen anderen Menschen retten zu wollen.
Doch im Kern erzählt dieses Buch von etwas anderem: davon, wie leicht man sich in einem anderen Menschen verlieren kann – und wie schwer es ist, danach wieder zu sich selbst zurückzufinden.
Was bleibt von einer Liebe, wenn der Mensch geht – aber das, was er in dir verändert hat, bleibt?